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Die Colline Metallifere

Der Name der Region Colline Metallifere ließe sich wörtlich mit "Metall tragende Hügel" übersetzen, man bezeichnet sie auch als das Erzgebirge der Toskana. Der Gebirgszug zieht sich durch die mittlere und südliche Toskana und ist reich an Bodenschätzen. Über die genaue geografische Eingrenzung des Gebietes gibt es zwei Auffassungen: Im engeren Sinne werden die Colline Metallifere von den Orten Cecina im Westen, Siena im Osten und Massa Marittima im Süden begrenzt; im weiteren Sinne werden auch die Hügel südlich von Massa Marittima bis hin nach Grosseto mit in die Region einbezogen. Teilweise wird auch das geothermisch sehr aktive Tal des Flusses Cecina im Norden der Colline Metallifere noch zu dieser Region gezählt.

Geschichte

Schon die Etrusker sollen Quellen zufolge in den Hügeln Kupfer, Eisenerz und Silber abgebaut haben. Ganz im Norden, südlich von Volterra, wurde auch Alabaster abgebaut. Im Mittelalter war Massa Marittima das Zentrum des Erzbergbaus, in dieser Freien Stadtrepublik wurde im Jahr 1225 der erste Bergbaukodex weltweit aufgestellt. Im späten Mittelalter kam der Bergbau jedoch zum Stillstand, da die Maremma zunehmend versumpfte und die Malaria in die Region Einzug hielt. So dezimierte diese tückische Krankheit die Bevölkerung von Massa Marittima von 10.000 auf ca. 500 Einwohner.

Erst im 19. Jahrhundert konnte durch groß angelegte Entwässerungsmaßnahmen der Sumpf und somit die Malaria eingedämmt werden; der Bergbau wurde wieder aufgenommen und war dann bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts die wichtigste Einnahmequelle der Region. Danach wurde der Bergbau bis auf weiteres eingestellt, da Rohstoffimporte aus Asien, Afrika und Südamerika preisgünstiger waren. Die wirtschaftlichen Ausfälle aus dem Wegfall des Bergbaus wurden zunehmend durch den neuen Wirtschaftszweig des Tourismus ersetzt.

Tourismus

Da in den Zeiten des Bergbaus kaum Interesse für die natürliche Flora und Fauna in der Region bestand, konnte sich diese abseits der Bergwerke nahezu ungestört entwickeln. So gibt es in den Colline Metallifere noch große, intakte Kastanien- und Eichenwälder in den höheren Lagen - eher eine Seltenheit in Mittelitalien.

Steineichen, Ginster und mediterrane Macchia prägen die tieferen Lagen des Gebirgszugs. Die Wälder sind Lebensraum für viele Tierarten wie zum Beispiel Dachs, Stachelschwein und Wildschwein. Sanfter Tourismus im Einklang mit der Natur wird in der Region groß geschrieben, so gibt es viele Agriturismo-Betriebe, die Urlauber aufnehmen. Besonders Reiter und Wanderer schätzen die ursprüngliche Natur.

Das italienische Umweltministerium schuf Anfang des Jahres 2002 den Nationalpark "Parco Tecnologico ed archeologico delle Colline Metallifere", der die Bedeutung des Bergbaus in der Region für die Nachwelt dokumentieren soll. Verlassene Stollen wurden mit Informationstafeln versehen, in einem Pyrit-Bergwerk wurde ein Museum eingerichtet.

Auch in der ehemaligen Bergarbeiterstadt Massa Marittima ist heute der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle. Die Stadt wird durch drei Stadtteile gegliedert: das "Borgo", ursprünglich Quartier der Handwerker, die historische Altstadt "Città Vecchia" und die Neustadt "Città Nuova", eine Wohnsiedlung der ehemaligen Bergarbeiter.

Im Zentrum der schönen mittelalterlichen Altstadt liegt die Piazza Garibaldi, umgeben vom Dom und mehreren Palazzi. Die Neustadt wird von einer imposanten Festung geprägt, die von den Sienesen zur Befestigung der Stadt erbaut wurde. Der bereits vorhandene massive Wehrturm "Torre del Candeliere" wurde durch einen riesigen gotischen Bogen mit den neuen Festungsanlagen verbunden. Der Turm ist begehbar und bietet einen herrlichen Ausblick auf die Stadt und die Umgebung.

24.10.11 10:37
 


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